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Thema: Fast Food

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Hallo Kochfans!

Diese Woche have ich kein Rezept für euch, dafür möchte ich mit euch über das Thema Fast Food sprechen.

Fast Food ist für die meisten unter euch vermutlich die Burger-Kette um die Ecke oder das Mikrowellengericht aus der Kühltheke. Ich hoffe, dass ich euch mit den über 150 Casual Kitchen Videos näher bringen konnte, dass es diese weder wirklich braucht, noch dass sie besonders gesund sind. Ganz egal, was euch die Hersteller vermitteln wollen.

Neben der Tatsache, dass die meisten Fast Food Gerichte nicht unbedingt nahrhaft sind, von einer ausgewogenen Ernährung wollen wir gar nicht erst sprechen, enthalten Sie meistens eine Menge Zusatzstoffe. Dinge wie Geschmacksverstärker (Glutamat, Hefeextrakt, etc.), Farbstoffe, künstlichen Aromen und sonstigem “Müll”. Und natürlich jede Menge Zucker!

Diese Dinge dienen meistens nur einem Zweck: dem Hersteller eine Menge Geld zu sparen. Natürlich kann man von einer 1€ TK-Pizza auch nicht erwarten, dass qualitativ hochwertige Zutaten enthält.
Richtig dreist finde ich jedoch, wenn uns Kunden vorgegaukelt wird, das Produkt sei rein natürlich und komme vom Bauernhof um die Ecke, obgleich es tatsächlich nichts anderes als billiger Industriemüll ist.

So manches mal Frage ich mich auch, warum Zusatzstoffe bei bestimmten Produkten überhaupt notwendig sind. Mein Versuch einmal ein Stück Speck im normalen Supermarkt zu kaufen endete kläglich. Trotz einer doch sehr breiten Auswahl konnte ich nicht einen(!) einzigen Speck finden, der nicht zumindest Glukose, Konservierungsstoffe oder nicht weiter definierte “Aromen” enthielt. Das ganze für ein Produkt, das nicht nur seit Jahrhunderten existiert sonder auch ohne Zusatzstoffe haltbar sein sollte: Fleisch in den Rauch hängen und einige Stunden später ist das ganze haltbar.

Oder warum muss Milch heutzutage 2-4 Wochen haltbar sein? Ich kann ja noch nachvollziehen, dass man Milch pasteurisiert (auch wenn ich ab und zu gerne Rohmilch kaufen würde, was leider in der EU nicht zulässig ist…). Ich kaufe aus Prinzip nur noch naturbelassene (d.h. lediglich pasteurisierte) Milch, bevorzugt von Bio-Bauern. Diese Milch hat einen völlig anderen Geschmack als konventionelle Milch (schmeckt nach Kuh) und ist mir auch nie schlecht geworden. Alles eine Frage der Organisation.

Aber ich schweife vom Thema ab… Ich habe mittlerweile meine Definition von Fast Food etwas abgeändert und bezeichne gerne auch selbst gekochte Gerichte aus der Tiefkühltruhe als Fast Food. Denn eigentlich bezeichnet Fast Food ja lediglich die Tatsache, dass das Gericht in kürzester Zeit (oder quasi sofort) verzehrt werden kann.
Das lässt sich auch zu Hause relativ einfach bewerkstelligen und ist lediglich eine Frage der Logistik.

Viele Singles begründen ihre Abneigung zum Kochen oder die Tatsache, dass sie oft zu Fast/Junk Food greifen damit dass sie keine Zeit haben oder es sich schlichtweg nicht lohnt für eine Person zu kochen.
Dies beruht auf zwei grundsätzlich falschen Annahmen:

  1. Kochen ist Zeitintensiv
  2. Ich muss als Single immer nur eine Portion kochen

Dass Kochen zeitintensiv sein KANN, brauche ich sicherlich niemandem zu erklären. Aber mal ehrlich, kaum einer unter uns ist Johann Lafer (oder ein anderer Profikoch) und kocht ständig komplexe Gerichte oder für viele Personen. Ich hoffe, dass ich euch mit Casual Kitchen zeigen konnte, dass Kochen weder teuer sein muss, noch besonders lange dauern. Viele meiner Gerichte sind in unter 30min erledigt. Eine ganze Reihe benötigen sogar weniger als 10-15min. Langfristig sollte einem das seine eigene Gesundheit und sein eigenes Wohlergehen wert sein. Viele unter euch verbringen vermutlich mehr Zeit in der Woche beim Sport (oder beim Arzt).

Das bringt mich zum zweiten Punkt. Dieser gilt natürlich nicht nur für Singles. Egal ob man Single ist, gestresste Alleinerziehende Mutter (oder Vater), oder man einfach eine große Familie hat. Nur für einen Tag (oder gar nur eine Portion) zu kochen ist eigentlich niemals eine sinnvolle Idee. Weder aus wirtschaftlicher Sicht, noch aus rein organisatorischer. Nun muss man nicht unbedingt (wie ich) mehrere Tage hintereinander das selbe Essen. Viele Menschen macht dies nichts weiter aus, kann man doch selbst dann noch genug variieren: ein anderes Gewürz hier, eine andere Beilage dort und schon hat man Abwechslung geschaffen. Doch wenn das nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, kann man mit etwas Geschick und Voraussicht trotzdem größere Portionen kochen. So koche ich z.B. bei Aufläufen und Suppen z.B. grundsätzlich das vielfache einer einzelnen Portion (wie ihr oft in meinen Videos sehen könnt) denn der Zusatzaufwand ist in diesen Fällen verschwindend gering. Was macht es schon aus, wenn ich noch 5 Kartoffeln mehr schälen muss? Oftmals ist es auch erst ab einer gewissen Menge so richtig möglich, das gewünschte Aroma zu erhalten. Hat jemand schon einmal versucht, 4 Esslöffel Hackfleischsauce zu kochen? Mit drei Karottenscheiben??? Die Zutaten geben meistens vor, welche Menge man am Ende im Topf hat. Deswegen ist es auch so schwer, nur eine einzelne Portion zu kochen.
Deswegen doch gleich von vorne herein etwas mehr planen und das übrig gebliebene dann entweder einfrieren, kühlen, einmachen oder anderweitig verarbeiten.

Mit etwas Geschick und Kreativität kann man auch mehrere unterschiedliche Gerichte (über mehrere Tage) planen, die aufeinander aufbauen. Fragt mal einen guten Küchenchef, wie seine Karte aufgebaut ist. Meistens teilen sich mehrere Gerichte die selben Grundzutaten.
Wie wäre es z.B. mit einem Roastbeef mit Kartoffelgratin und Bohnen am Sonntag: das übrig gebliebene Kartoffelgratin kann am Montag noch zu einer Frittata verarbeitet werden; die Fleischreste gibt es dann dünn aufgeschnitten am Dienstag kalt auf den Salat. Dort passen auch die restlichen Bohnen mit rein. Und schon hat man 3 Tage geplant, und günstig ist es allemal.

Mit dieser Art von Vorausplanung kann man sogar richtig Geld sparen, gerade auch bei Fleisch. Es wird weniger weggeworfen (Merke: In der Küche kann man fast alles noch verwenden!) und oftmals lässt sich so auch völlig anders einkaufen und aus weniger Geld mehr machen.

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar Denkanstöße geben.
Insbesondere würde mich aber eure Meinung, eure Erfahrung interessieren: Wie steht Ihr zu Fast Food, Junk Food und Co? Welche Tricks habt ihr auf Lager, wenn es um die Essensplanung geht? Welche Probleme habt ihr bei euch zu Hause entdeckt?

Gerne Helfe ich euch auch und beantworte weitere Fragen.

Euer

Patrice


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